So es ist Sonntag, draussen ist das schönste Wetter, endlich Sommer und ich hocke drinnen und erledige Papier und Schreibkram.
Wenigstens ist man irgendwie positiver gestimmt und man könnte ja heute abend mal zu Fuss zu den Freaks wandern. (Die Betonung liegt auf könnte.)
Ich schreibe grad die Referenz für meinen Freund Jensi. Der bewirbt sich jetzt auch für ne theologische Ausbildung und ich soll da halt was schreiben. Na ob ich der Richtige bin für sowas?
Ich selbst war ja nicht gerade der leiseste Kritiker solcher Einrichtungen. Oder wie Juan Carlos Ortiz in “Du bist Herr” sagt: “…Theologische Ausbildungsstätten sind die Krücken, die den kranken Leib Christi stützen, weil die Gemeinden ihren Auftrag “Machet zu Jüngern…” nicht wahrnehmen…”.
Oder wie P.J. Spener in der Pia Desideria schrieb: “Gleichwie, wo du einen Baum siehst, dessen Blätter bleich sind und er verdirbt, du daraus schliesst, dass ein Mangel ander Wurzel sei: Also wo du siehst, dass ein Volk ohne Zucht ist, so schließe ohne Zweifel, das es mangle an einer heiligen Priesterschaft.” (Wobei Spener hier mit Priesterschaft Pfarrer, Theologen und deren Ausbildungsstätten meint).
Na ja was ich eigentlich sagen will ist ja das ich diese Einrichtungen als ich dort war kritisiert hab, weil ich durchaus Veränderungswürdiges gesehen habe. Aber wenn ich nicht dort war diese Einrichtungen immer verteidigt habe. Ist wahrscheinlich so ein komisches Loyalitätsding.
Ich denke wie Juan Carlos sagt sind viele thepologische Ausbilungsstätten aus der Not heraus enstanden. Sie wollten Leute für den geistlichen Dienst zurüsten weil die Gemeinden dies nicht leisten konnten oder wollten. Und um diese Lücke zu schliessen haben die Ausbildungsstätten Großartiges geleistet. Aber viele sind in dieser Entstehungszeit stehen geblieben (Wortspiel). Sie lehren viel Gutes, Richtiges und Wichtiges aber die Alltagsrelevanz ist nur noch bedingt gegeben. Das heisst der Missionsbefehl, die eigentliche Hauptintension der Entstehung rückt etwas in den Hintergrund und es werden Profis zur Betreuung von christlichsozialisierten Gemeindekindern der zweiten oder dritten Generation ausgebildet.
Das alles hat seine Berechtigung ohne Zweifel. Und wenn Gott es nicht wollte das es besteht oder zu grober Unfug geschieht hätte er die Einrichtungen schon längst platt gemacht. Aber ich sehe die Sachen immer von aussen nach innen und von innen nach aussen. Ich weiß klingt komisch.
Aber die Welt verändert sich, das gilt nicht nur für Mittelerde sondern auch für Planet Earth. Und zwar schneller als man denkt. Und viele solcher christlichen Ghettos haben schon lange den Anschluss verloren und damit auch das Fühlen und Denken der Welt. Aber es heisst so sehr hat Gott die Welt geliebt, das er seinen einzigen Sohn gab… Gott liebt die Welt und nicht nur die Leute die denken sie müssten mal wieder in die Welt gehen um ihr noch ein paar Seelen zu entreissen.
Okay aber das ist jetzt nicht mehr die erste Referenz die ich für ein Gemeindemitglied der Jesus Freaks Eppingen schreibe. Heisst das etwas auch wir nehmen unseren Jüngerschaftsauftrag nicht wahr? Soll ich etwa noch mehr machen? Was soll ich tun? Schließlich sind die Leute bei uns erstmal von geistlich Null bis dahin gekommen.
Ich weiß es nicht…. Heute hab ich mich mal durch meine alten Predigten und Notizen gewühlt gerade aus der Anfangszeit von Jens. Und es ist schon krass wie Jesus Leute verändert und sie zu sich zieht. Und es ist noch schöner wenn man ganz nah dabei sein darf. Danke Jesus!
Hier noch ein Foto von Jens seiner Taufe im Juni 2006. Und was hier noch mal gesagt werden muss: MANN HATTE ICH MAL EINEN LANGEN BART!!!
