Ich merke grad in letzter Zeit, wie Gott mein Bild von Gemeinde immer mehr verändert.
Natürlich hab ich wie immer mehr Fragen als Antworten, aber ich glaube das wird sich in unserem Leben niemals ändern.
Aber mal ehrlich. Was ist Gemeinde?
Bis jetzt dachte ich immer ich weiß ungefähr was Gemeinde ist, aber denke ich das bloß, weil mir andere gesagt haben: “Das ist Gemeinde”! “So hat Gemeinde auszusehen”!
Auch merke ich, dass seitdem wir mit unseren Räumen und Aktionen mehr in der Öffentlichkeit stehen, ich mich und unsere Gemeinde andauernd rechtfertigen muss. Und das vor Leuten die auch Christen sind und die einfach mit unserem Style und unserem Christsein nicht klar kommen.
Aber dadurch fehlt mir dann die Zeit und die Kraft mich um unsere Leute zu kümmern, die Leute um die es wirklich geht.
Bestes Beispiel: Jemand kommt zu mir und sagt: Hey ihr könnt gar keine richtigen Christen sein, ihr verkauft Strapse?
Ich: Hä?
Ja ich hab Jesus Freaks gegoogelt und da kam ich auch auf einen Gothik Shop der Strapse verkauft und sowas ist doch wohl sehr unheilig.
Ich: Ja aber wenn du was googelst hat das doch nicht automatisch was mit uns zu tun.
Doch, weil ich hab ja Jesus Freaks eingegeben. Und wenn es nichts mit euch zu tun hat, dann müsst ihr dafür sorgen das diese Internetpräsenz verschwindet.
Ich: ???????
Ich hab keinen Bock mehr auf son Scheiß, echt jetzt.
Also ist Gemeinde, eine feste Location, zu der man geht um zusammen Gottesdienst zu machen? Oder ist die Versammlung der Herausgerufenen nicht auch anders möglich? Sollten wir nicht das Leben teilen und nicht nur den Raum zur Anbetung?
Hat nicht grade der Undergroundstyle und das geteilte Leben den ersten Christen so krass zu Wachstum verholfen? Und erst als sie angefangen haben, fette Gebäude zu bauen, ging es bergab.
Müssen wir dahin zurück.
Ich hab mich jetzt ne Weile mit der Emerging church Geschichte auseinander gesetzt. Und zwar schon bevor der Hype losging. Hab einige Bücher auf englisch gelesen, weil es die auf deutsch noch nicht gibt.
Ich hab mit diskutiert und mitgedacht und bin jetzt zu dem Schluß gekommen *trommelwirbel*: Das der Ansatz zwar sehr gut ist aber nicht weit genung gedacht wird. Es gibt zwar sehr gute Gesellschaftsanalysen in den Büchern und auch der Wille das etwas verändert werden muss. Aber die Veränderung beschränkt sich trotzdem auf die Liturgie, die Gottesdienstformen und die Gestaltung der Location. Was natürlich nicht schlecht ist sondern sehr wichtig.
Aber sollte nicht vorher über das Gemeindeverständnis nachgedacht werden und das verändert werden?
Weil ansonsten ist das Ganze doch nur “Emerging Service” und nicht “Emerging Church” oder?