Tja wer hätte das gedacht, das der Angie nochmal bloggt.
Ich musste selber erstmal überlegen, bis mir das Passwort wieder einfiel.
Okay es ist nicht so, das in meinem Leben nichts passieren würde oder das diese Dinge nicht lohnenswert wären, um sie hier zu bloggen.
Es ist viel mehr das : “Will ich das wirklich ?”
Ich meine Job, Alltag, Gemeinde bieten genug Gelegenheiten um Erfahrungspunkte zu sammeln, aber will ich das hier weitergeben?
Ich freue mich prinzipiell schon mehr wenn man mit mir lacht. Denn das ist besser als über mich. Aber reicht das als Blogmotivation.
Blöd ist es natürlich auch wenn man sein Bloggerleben den momentanen Stimmungsschwankungen unterwirft und seinen Blog andauernd an und abmeldet.
Dann doch lieber veröden lassen….
Okay in letzter Zeit haben mich folgende Gründe am bloggen gehindert:
1.) Der Zeitfaktor. Im Speziellen das letzte halbe Jahr war so voll wie es noch nie in meinem Leben war. Immer arbeiten, Gemeinde, arbeiten, Gemeinde. Ich war abends eigentlich immer nur froh wenn ich pennen konnte. Und in solchen Situationen reichen meine mentalen Fähigkeiten nicht mehr aus um was Vernüftiges zu bloggen. Ich hab manchmal tagelang meinen Rechner nicht angemacht, weil ich wusste das dann noch mehr Arbeit auf mich zukommt.
2.)Die Anonymität. Die gibt es nicht im Internet. Das wissen wir alle, aber manche Leute denken das immernoch. Na ja, vieles was mich beschäftigt regt mich innerlich auf. Das würde ich auch gern bloggen, damit es mir besser geht oder Leute mich besser verstehen. Leider geht das nicht, da sich Leute dann persönlich angegriffen fühlen oder verletzt sind. Das will man ja auch nicht. Einzige Lösung: einen anonymen Blog, auf dem man sich auskotzt. Problem1: Wer sollte den lesen, ist ja anonym. Problem2: Wenn man sich richtig und wirkklich auskotzt, dann sind ruck zuck auch wieder Rückschlüsse auf die schreibende Person möglich.
Aber wer will nur über die Katze seines Nachbarn bloggen? Oder über unverfängliche Themen? Sowas interessiert doch keinen und am wenigsten einen selber.
3.)Alle können es lesen. Ich weiß ist jetzt auch keine neue Erkenntnis. Aber will ich das überhaupt? Will ich das jeder weiss was es gestern bei mir zum Essen gab? Selbst wenn ich exibistionistisch veranlagt wäre…. Kurz gesagt, ich war in der Vergangenheit schon von Zeit zu Zeit geschockt wer alles meinen Blog liest. (Wie gesagt, das I-Net ist nicht anonym). Und mit diesem Wissen überlegt man sich ja noch mehr vorher was man schreibt.
Kurz gesagt: So macht das alles keinen Spass.
Ich arbeite an einer Lösung für mich, aber das kann ja bekanntlich dauern (Vgl. Zeitraum zwischen diesem und letztem Blogeintrag).
Vielleicht mache ich so einen anonymen Arbeitsblog. Zum Beispiel: Tagebuch eines Bauarbeiters. Aber auch das würde wahrscheinlich nach einiger Zeit zu einem Architekten und Bauleiterbeschimpfungsblog werden und das muss man dann wieder anonym tun um sich selbst nicht zu gefährden. Denn ihr wisst ja Architekten machen keine Fehler. Diese heißen vielmehr “unkonventionelle Problemlösungsansätze” bzw. “kreativer persönlicher Arbeitsstil”….
Oder einen Blog über andere Mitchristen. Ich weiß sowas darf man nicht usw. Aber wenn ihr mal genau hinhört drehen sich doch die meisten Gespräche immer um andere. Was der wieder gemacht, gesagt oder nicht gemacht hat. Das ist menschlich und ganz normal, man zeigt mit dem Finger auf andere, damit man von sich selbst ablenkt. Und ausserdem schafft das ja auch Gemeinschaft und Verbundenheit, wenn man sich gemeinsam über andere auslässt. Bei Christen heisst das ja zum Glück nicht Lästern, sondern man tauscht nur Gebetsanliegen aus….
Und ich hab irgendwie das Problem, ich kenne mittlerweile echt viele Christen, Glaubensgemeinschaften und Gemeindeformen. Aber mit keiner kann ich mich so richtig identifizieren. Ich bin kein Konsumchrist der von Gemeinde zu Gemeinde tingelt und überall sich nur das rauspickt, was ihm gefällt. Aber egal wo ich hingucke, mir fehlen halt die christlichen Vorbilder. Leute bei denen ich denke, okay die ziehen ihr Ding durch und es funktioniert und ich werde darum genauso mein Ding durchziehen. Versteht ihr ich brauche einfach mal wieder eine Sicht auf Christen die mich motiviert und anspornt. Denn von den meisten meiner christlichen Vorbilder bin ich in den letzten Jahren enttäuscht worden. Liegt das an meinem Anspruch? Oder habe ich die Welt und das Christsein einfach zu blauäugig betrachtet? Klar macht jeder mal Fehler, das weiß ich auch. Aber bei viel zu vielen Christen hab ich beobachtet, das die Haupt zur Nebensache wurde. Und das bremst mich persönlich. Warum soll ich mich weiter anstrengen, wenn die es auch nicht machen? Warum anstrengen, wenn keiner richtig mitzieht?
Okay wenn ich mal Zeit hätte könnte ich ja mal die Gründe für diese Verschiebung analysieren. Aber wozu? *ggg* Damit noch ein langweiliges christliches Buch mehr auf den Büchertischen rumgammelt? Ach keine Ahnung. Kurzanalyse: Bei den meisten Frauen liegt es wahrscheinlich an der biologischen Uhr, das sie geistlich einige Gänge zurückschalten….Und bei Männern wie mir wahrscheinlich daran, das es im Kampf immer weniger Mitindianer gibt und darum das große Ziel den Sinn verliert. (Man das ist ja Philosophie PUR *ggg*)
Okay jetzt reichts aber. Dank meinem Bruder David hat ja WP einen Haufen neue Features hier im JFBlogsystem. Und darum kann ich dir auch sagen, wenn du das hier gelesen hast, liegen 856 Wörter hinter dir.
In diesem Sinne….